UniCredit-Übernahme der Commerzbank gescheitert – Frankfurter Bank hebt Gewinnziel an
Die Mailänder halten nur 47,6 Prozent des Kapitals. Die Commerzbank kontert mit angehobener Prognose und Milliardenausschüttung.
Der Übernahmeversuch der italienischen Großbank UniCredit für die Commerzbank ist gescheitert. Nach Ablauf der Annahmefrist hält das Mailänder Institut nur rund 47,6 Prozent des Kapitals und etwa 49,7 Prozent der Stimmrechte an der zweitgrößten deutschen Privatbank. Damit bleibt die angestrebte Mehrheit außer Reichweite.
Ausschlaggebend war die geringe Resonanz auf das Angebot: Die finale Annahmequote lag bei lediglich 17,60 Prozent. Nach Angaben der Commerzbank stammten davon weniger als zwei Prozent der angedienten Aktien von unabhängigen institutionellen oder privaten Anlegern. Das Gros der Papiere entfiel damit auf bereits zuvor gehaltene Bestände – ein deutliches Signal, dass die freien Aktionäre dem Vorstoß eine Absage erteilten.
Gestärkt aus der Auseinandersetzung geht die Commerzbank mit angehobenen Prognosen. Für das laufende Jahr peilt das Institut nun ein Nettoergebnis von mindestens 3,4 Milliarden Euro an. Für den Zeitraum 2026 bis 2028 stellt die Bank ihren Anteilseignern zudem eine umfassende Kapitalrückführung in Aussicht: Rund 100 Prozent des Nettoergebnisses – nach Abzug der Kupons für AT1-Anleihen – sollen über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurückfließen.
Parallel treibt die Commerzbank ihre operative Transformation voran. Seit dem 7. Juli 2026 sind Google Cloud Gemini Enterprise sowie Microsoft 365 Copilot fest in die Arbeitsprozesse integriert. Zudem stellt das Institut sein Kartenportfolio auf Visa um.
Rückenwind kommt von den Analysten. Deutsche Bank Research bestätigte am 15. Juli 2026 das „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 42,00 Euro. Analyst Benjamin Goy rechnet für das zweite Quartal mit einem deutlichen Ergebniswachstum.