Zinserhöhung der EZB kommt beim Tagesgeld nur langsam an
Während der Einlagenzins bei 2,25 Prozent liegt, zahlen Banken im Schnitt nur 2,3 Prozent auf Tagesgeld. Aktionsangebote versprechen mehr.
Rund drei Wochen nach der jüngsten Zinsanhebung der Europäischen Zentralbank zeigt sich ein für Sparer bekanntes Muster: Die meisten Banken geben die höheren Zinsen nur teilweise oder gar nicht an ihre Tagesgeld-Kunden weiter. Die EZB hatte am 11. Juni 2026 den Einlagenzins auf nunmehr 2,25 Prozent angehoben. Ein flächendeckender Anstieg der Sparzinsen blieb bislang aus.
Dass Kreditinstitute höhere Leitzinsen typischerweise mit zeitlicher Verzögerung weitergeben, ist keine Seltenheit. Sparzinsen passen sich in der Regel nicht sofort und nicht bei allen Anbietern gleichzeitig an. Im Durchschnitt bietet Tagesgeld aktuell rund 2,3 Prozent pro Jahr. Einzelne Banken locken jedoch mit Aktionszinsen von bis zu 3,11 Prozent p.a., in Ausnahmefällen sogar mit rund 4,05 Prozent.
Das Vergleichsportal biallo.de hat nach eigenen Angaben über zehn Banken identifiziert, die die Zinserhöhung weitgehend an ihre Kunden weitergeben. Wer sein Geld zu attraktiveren Konditionen anlegen möchte, sollte die Angebote daher genau prüfen. Ein Wechsel oder die Eröffnung eines zusätzlichen Kontos kann sich rechnen.
Bei den beworbenen Spitzenzinsen ist allerdings Vorsicht geboten. Aktionszinsen sind häufig zeitlich befristet und gelten teils ausschließlich für Neukunden. Nach Ablauf der Aktionsphase fällt die Verzinsung oft deutlich niedriger aus. Ein Blick ins Kleingedruckte und ein regelmäßiger Konditionsvergleich sind daher ratsam.
Unterm Strich gilt: Durch die Zinsanhebung werden Tages- und Festgeld tendenziell wieder etwas attraktiver. Sparerinnen und Sparer, die aktiv vergleichen, können von der aktuellen Entwicklung profitieren – auch wenn viele Banken die höheren Zinsen bislang zögerlich weiterreichen.