100.000 Jobs, vier Werke: VW-Streit eskaliert zur Sommerpause
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Player: videoBertil Starke, NDR, zu möglichen Einsparungen bei Volkswagen
An den Standorten des kriselnden Autobauers Volkswagen beginnen die Werksferien. Die aufgeheizte Stimmung bleibt: Was erwartet die Beschäftigten bei ihrer Rückkehr?
Bei Volkswagen kehrt in den Sommermonaten keine Ruhe ein. Ganz im Gegenteil. Zum Start der Sommerpause in den Werken stehen sich Vorstand, Betriebsrat und Land Niedersachsen unversöhnlich gegenüber. Rote IG-Metall-Fahnen vor den Werkstoren, Trillerpfeifen, wütende Reden.
Die Proteste an den deutschen VW-Standorten am 9. Juli lieferten einen Vorgeschmack auf die kommenden Monate beim größten europäischen Autobauer. Auch an der Konzernzentrale in Wolfsburg demonstrierten Hunderte Beschäftigte.
Dort präsentierte der VW-Vorstand dem Aufsichtsrat seine Sparpläne. Das bereits vorab durchgesickerte Papier ist brisant. Bis zu 100.000 Stellen könnten unter dem Strich weltweit bei VW wegfallen.
12.07.2026\\ \\ VW-Chef zu Sparplänen"Intelligentere Lösungen" statt Werksschließungen?\\ \\ Der kriselnde Autobauer VW muss sparen. Mehr als 100.000 Stellen könnten wegfallen, Standorte sind in Gefahr. \\ mehr
In den momentan schwach ausgelasteten Werken Hannover, Emden, Zwickau und bei Audi in Neckarsulm fehlen Folgemodelle. Die aktuelle Produktion läuft zu Beginn der 2030er-Jahre aus. Doch am Ende fand die Konzernspitze im Aufsichtsrat keine Mehrheit für ihre Pläne.
Beendet sind die Diskussionen damit aber nicht. Nach Emden und Hannover beginnen an diesem Wochenende auch in Wolfsburg die Werksferien - Wochen der Ungewissheit.
Player: audioWie Volkswagen sich in China neu erfinden will
09.07.2026\\ \\ Strategie in FernostWie VW sich in China neu erfinden will\\ \\ In der Volksrepublik macht der Autobauer vieles anders, als in der Heimat - Grund ist der Konkurrenzdruck.\\ mehr
Vor allem die Arbeitnehmerseite läuft weiter Sturm gegen die Pläne. Für die in der VW-Belegschaft mächtige IG Metall kommen Werksschließungen überhaupt nicht infrage.
2024 trug sie noch einen Kompromiss mit. Dem Abbau von konzernweit 50.000 Stellen stimmten die Arbeitnehmervertreter nur zu, da die VW-Chefetage allen Werken im Gegenzug eine Standortgarantie bis zum Jahr 2030 aussprach. Der erneute Sparkurs trifft nun auf heftigen Widerstand in der Belegschaft.
Player: audioVW-Chef Blume äußert sich zum Sparplan
13.07.2026\\ \\ VW-Sparpläne werden konkreterBis zu 50.000 weitere Stellen könnten wegfallen\\ \\ Lange war unklar, wie viele Jobs der VW-Chef Blume genau abbauen will. Jetzt wird er erstmals konkreter.\\ mehr
Gewerkschaft spricht von einem heißen Herbst
IG Metall-Chefin Christiane Benner machte dem Vorstand nach der ersten Protestwelle eine Kampfansage: "Im ganzen Land, an allen Standorten haben wir eine klare Botschaft an den Vorstand gesendet: So nicht!"
Wenn die Konzernspitze an ihren Plänen festhält, will die IG Metall den Druck erhöhen. Sie droht in einem Flugblatt mit einem "heißen Herbst" und kündigt weitere Proteste an. Bereits Ende August gibt es VW-weit Betriebsversammlungen.
Player: videoRingen bei VW - Proteste gegen Sparpläne und Werksschließungen
09.07.2026\\ \\ Aufsichtsrat tagtHarte Einsparungen bei VW befürchtet\\ \\ In Wolfsburg trifft sich der VW-Aufsichtsrat, um über die Zukunft des Autobauers zu beraten.\\ mehr
Arbeitnehmer kritisieren Blumes Kommunikation