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Großbritannien, USA, Japan: Inflationssorgen verschärfen Ausverkauf an Anleihemärkten

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01. September 2026

Dieser Ausdruck wurde am 01.09.2026 erstellt und ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch lizenziert.

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Katastrophenübung: Japans Regierungschefin Sanae Takaichi probt für den Ernstfall – der bereits am Anleihemarkt eingetreten ist

Die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen ist erstmals seit 30 Jahren auf 3 Prozent gestiegen. Als Gründe gelten Sorgen der Anleger über ​die Inflation, die Haushaltslage des Landes und der wachsende Druck auf die Notenbank Bank of Japan (BoJ), die Zinsen schneller anzuheben.

Die Rendite der als Referenz für Hypotheken und Unternehmenskredite geltenden Anleihen hat sich in den vergangenen zwei Jahren mehr als verdreifacht. Auch die Renditen für Papiere mit kürzeren Laufzeiten erreichten historische Höchststände. An den Märkten wird eine Zinserhöhung der BoJ noch in diesem Monat erwartet.

Die Sorgen ​über die finanzielle Lage Japans werden durch die Pläne von Premierministerin Sanae Takaichi (65) für höhere Investitionen ⁠und Steuersenkungen ⁠geschürt. Zudem sollen die Ministerien einem Medienbericht zufolge für das kommende Haushaltsjahr die höchsten Mittelanforderungen aller Zeiten gestellt haben.

Experten kritisieren Fiskalpolitik Japans

„Der Anstieg auf 3 Prozent ist eine Botschaft des Marktes, die Premierministerin Takaichi in gewissem Maße dazu zwingen könnte, einige ihrer expansiven Fiskalpolitiken zu korrigieren“, kommentierte Takahide Kiuchi, Ex-Vorstandsmitglied der Bank von Japan und Analyst beim Nomura Research Institute, gegenüber der „ Financial Times“.

Ähnlich äußerte sich Ryutaro Kimura von BNP Asset Management in Tokio: „Mit dem bisherigen Anstieg der Renditen hat der Anleihenmarkt gewissermaßen vor einer Ausweitung der Fiskalpolitik gewarnt“, sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Aus Sicht des Anleihemarktes herrsche seiner Meinung nach „mittlerweile eine gewisse Resignation – gepaart mit Hilflosigkeit.“ Japans Schulden übersteigen bereits 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

US-Finanzminister Bessent soll Tokio zu höheren Zinsen gedrängt haben

Der schwache Yen, der sich in der Nähe eines 40-Jahres-Tiefs bewegt, übt ebenfalls Druck auf die Notenbank aus. US-Finanzminister Scott Bessent (64) sagte am Rande des G20-Finanztreffens in einem Interview ‌mit dem Sender CNBC: „Ich habe Informationen, die der Markt nicht hat, und ich glaube, dass die japanische Regierung und die BoJ Maßnahmen ergreifen werden, die ‌zu einem stärkeren Yen führen ​werden.“

Bessent hatte zuvor Japans Finanzministerin Satsuki Katayama ‌(67) und den Zentralbankchef Kazuo Ueda (74) getroffen. Die „ Financial Times“ berichtet, Bessent habe in dem Gespräch gefordert, Tokio solle die Zinsen anheben. Katayama ‌erklärte nach dem Treffen lediglich, beide hätten sich ‌auf eine ​fortgesetzte Abstimmung für „geordnete“ Yen-Bewegungen verständigt. Eine seltene gemeinsame Intervention der USA und Japans Ende Juli hatte dem Yen nur ​eine kurze Atempause von seinem 40-Jahres-Tief bei ⁠163,99 je Dollar verschafft.

Die hohe Staatsverschuldung in den USA hatte zuletzt auch dort die Anleihenrenditen wieder in die Höhe getrieben. Die Rendite von US-Bonds mit 30-jähriger Laufzeit notierte kürzlich mit 5,2 Prozent so hoch wie zuletzt vor 25 Jahren. Auch in Deutschland stehen die Anleihen unter Druck: So stieg die Rendite zehnjähriger Anleihen am Montag auf den höchsten Stand seit 15 Jahren.

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