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Kraftwerke: Evonik-Chef Kullmann fordert Verschiebung des Kohleausstiegs

4. # Kraftwerke: Evonik-Chef Kullmann fordert Verschiebung des…

16. Juli 2026

4. # Kraftwerke: Evonik-Chef Kullmann fordert Verschiebung des Kohleausstiegs

Die Vereinbarung zum Kohleausstieg in NRW wurde Ende 2022 getroffen. (Symbolbild) Foto: Henning Kaiser/dpa

Essen. Der Chef des Chemiekonzerns Evonik, Christian Kullmann, spricht sich dafür aus, den in Nordrhein-Westfalen geplanten Kohleausstieg zu verschieben. „Den Kohleausstieg 2030 sehe ich nicht. Wir haben nicht genug Gaskraftwerke, um die Versorgung zu sichern“, sagte Kullmann der „Rheinischen Post“.

„Wir haben eine Netzinfrastruktur wie in Albanien, und es gibt weit und breit keinen bezahlbaren Wasserstoff.“ Eine Verlängerung für die Kohle sei im Interesse der Industrie, sagte Kullmann. „Wir werden die Kohle mindestens bis 2033 benötigen, voraussichtlich länger. Das hängt von den Rahmenbedingungen ab.“

Der Bundestag verabschiedete im Dezember 2022 ein Gesetz, wonach die drei Braunkohleblöcke Neurath F und G sowie Niederaußem K bereits 2030 statt 2038 vom Netz gehen. Allerdings gibt es eine Revisionsklausel. Die Bundesregierung muss bis zum 15. August entscheiden, ob und in welchem Umfang die Anlagen in eine Reserve überführt werden und damit bis zum 31. Dezember 2033 verfügbar bleiben.

Kullmann: Ziel der Klimaneutralität auf 2050 verschieben

Der Bundestag billigte in der vergangenen Woche den Plan zum Bau zahlreicher neuer Gaskraftwerke in den nächsten fünf Jahren. Die Anlagen sollen den Kohleausstieg und den Ausbau von Ökostrom flankieren und befürchtete Lücken in der Stromversorgung vermeiden.

Der Evonik-Chef forderte zudem, das Ziel der Klimaneutralität in Deutschland von 2045 auf 2050 zu verschieben: „Das wäre sinnvoll, um unsere Industrie nicht weiter zu benachteiligen.“ Deutschlands Anteil an den globalen CO2-Emissionen betrage gerade mal 1,6 Prozent. „Für das Weltklima ist es unerheblich, wann wir klimaneutral werden. Für das Überleben der deutschen Chemie aber nicht“, so Kullmann.

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